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Suki’s Sicht der Dinge

All unsere Erlebnisse sind immer aus meinem Blickwinkel geschrieben. Doch, wie mag wohl ein typischer Spaziergang aus Suki’s Sicht verlaufen? Wie nimmt sie meine Signale wahr? Und was denkt sie sich dabei? In dieser Geschichte nimmt Suki die Rolle des Erzählers ein.

Das bellende Handy

Am Sonntag sind wir auf den Uetliberg gewandert. Suki eignet sich prima als Schlepplift, hat sie doch noch immer einen ziemlich kräftigen Zug an der Leine. Oben angekommen gibt’s Pommes für Miriam und eine Wurst für Claude. Suki säubert den Platz und kriegt nichts. Frisch gestärkt machen wir uns auf Richtung Planetenweg. Wir treffen auf ein junges, für eine Uetliberg-Wanderung etwas zu gestyltes Paar. In dem Moment als wir sie kreuzen, bellt es aus ihrer Handtasche. Klein-Hund? Oder gar Kleinst-Hund? Wir drehen uns um und sehen, wie die Frau ihr Handy aus der Tasche zieht – ihr bellendes Handy. Im Nu ist Suki zur Stelle. Wild wedelnd und ganz nah an der Frau dran. Diese bemerkt Suki erst, als sie mit “Hallooo” ihr Handy abnimmt, wobei ihr letztes “O” direkt in ein herzhaftes Lachen übergeht. Es steckt an, wir lachen mit und Suki versteht die Welt nicht mehr. Wo ist er denn hin der bellende Hund?

Ein unerwartet beflügelter Start in den Tag

Es ist kurz vor 7 Uhr als mich Suki dezent darauf aufmerksam macht, dass jetzt die richtige Zeit für einen Morgenspaziergang wäre. Wir machen uns also auf den Weg. Suki aktiv und vital wie immer. Ich noch total verpennt und einfach das andere Ende der Leine. Wir sind noch nicht lange unterwegs, da hält ein Auto neben uns an. Wohl verfahren, denke ich und hoffe auf einen kurzen Dialog. Ein Indianisch ausschauender Mann lässt das Fenster runter. Er strahlt unglaublich viel Freundlichkeit aus. ER: Das ist ein sehr schöner Hund. Was ist das für eine Rasse? ICH: Das ist ein Flat Coated Retriever. ER: Sehr schön. Und woher kommt der? ICH: Ursprünglich aus England. Der Mann macht ein noch viel freundlicheres Gesicht, schaut mich an und spricht: “Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst Du, oh Mensch, sei Sünde. Mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.” ER (immer noch super freundlich und ganz feierlich): Das braucht keine Ãœbersetzung. Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Tag. Ich bedanken mich und der …

Can I Take A Picture?

Stadttraining ist immer gut. Und bei schönem Wetter macht es doppelt Spass. Die Lektion beginnt am Paradeplatz. Ziel: Suki soll schön Leinenlaufen, d.h. Fusslaufen ohne an der Leine zu ziehen. Dazu gibt es Window-Shopping für Miriam und mich. Beim ersten Schaufenster treffen wir auf einen Vater mit einem ca. 3-Jährigen Buben. Suki nützt die Gelegenheit um beide abzuschlecken. Dann geht’s weiter. Auf Höhe Rennweg/Augustinergasse setzen wir uns auf eine Bank. Ich will ein paar aktuelle Bilder für Miriam machen. Bild 1 okay. Bild 2 okay. Als ich Bild 3 schiessen will, merke ich, dass sich von rechts langsam eine Asiatin ins Bild mogelt. Hinter der Bank stehend, ganz am rechten Bildrand. Ich schaue mich um und bemerke ihren Mann, knapp hinter mir stehen. Er scheint Regieanweisungen für seine jüngste Komposition zu geben. Als er mich bemerkt fragt er “Can I take a picture?”. Ich be-jae. Die Frau bewegt sich zögerlich weiter links. Suki bemerkt sie, und…will sie natürlich abschlecken. Die Frau weicht zurück. Angefeuert von Miriam (she is very friendly…) und ihrem Mann, nimmt sie all …

Intermezzo mit Tarek

Ich sehe sie von weitem. In ihrer schicken Winterjacke, mit Kapuze und Fellrand. An ihrer Flexi-Leine hängt ein riesiger schwarzer Labi. Suki und ich sind zügig unterwegs. Bald ist sie eingeholt. Keine Möglichkeit auszuweichen, ausser dem Weg zurück und das wollen wir nicht. Als der Labi Suki sieht, springt er mit voller Wucht in die Flexi-Leine. Die vollen 5 Meter sind ausgerollt. Sie bleibt stehen, versucht ihren Hund zurück zu ziehen, merkt dass es zwecklos ist und ergreift die Flucht nach Vorn. Auf uns zu. ICH (mich abdrehend): Nicht mit der Flexi-Leine, das gibt ein Gnusch! Lass ihn doch frei! SIE (meine Frage ignorierend): Ist es eine Hündin? ICH: Nicht mit der Flexi-Leine…! (Leider schon zu spät) Ja, es ist eine Hündin, deine auch? SIE (mit der Leine beschäftigt): Ja, er ist auch eine Hündin… ICH (verdutz): Er oder sie?

Schwarz, braun oder blond

Auf unseren Spaziergängen treffen wir immer wieder auf andere Hunde und ihre Besitzer. Zum Teil ereignen sich witzige Dialoge. Folgender zum Beispiel neulich, mit einer Labrador Besitzerin: SIE (von weitem, auf mich zukommend): Das ist aber ein schöner Hund den sie da haben. Der ist noch jung, gell? ICH: Oh, danke. Ja, sie ist erst 8 Monate alt. (Suki und der braune Labi verstehen sich prima und spielen.) SIE: Sind lieb die Labis, gell? ICH (verwirrt): Ja bestimmt, aber Suki ist eine Flat Coated Retriever Hündin. SIE (entschlossen): Nein, das kann nicht sein! Flats gibt es nur in schwarz. ICH (klugscheisserisch): Doch, doch, das ist ein Flat. Die gibt es auch in braun. SIE (noch mehr entschlossen): Nein, da bin ich mir 100%-ig sicher, die gibt es nur in schwarz! Ich habe noch nie einen anderen gesehen.